Es ist Januar. Vielleicht einer der kahlsten Monate, denke ich, während ich Tee trinkend am Küchentisch sitze und durch das Fenster auf den Innenhof schaue. Kein Blatt, kein Schnee, kein Mensch. So meine Aussicht heute. Nur Kahlgeäst, Baumgerippe, Gräten ohne Sommerfleisch. Wer die schneefreie Winterzeit und ihre knochigen Landschaften liebt, liebt doch alles. Was macht diese Liebe noch her? Ein ausstaffiertes Kleid, welches zu jedem Anlass getragen wird. Fleckig, rissig, an den Säumen offenherzig. Einen Ort bergend, an den jeder, der will, hinan greifen kann. Auch das Leben ist so ein Ort. Nicht unbedingt jeder, der will, kann. Aber die meisten eben doch und eben auch so, wie sie es möchten. Greifen hinan und hinein. Selbst jetzt, da es nicht regnet, ist die Januarwelt grau.
Die Häuser selbst sind grau. So einfallsreich ist der Mensch. Grau betoniert er seine Schutzwände. Als wären wir alle Maulwürfe, ganz ohne Blick für Farbe und Glanz. Wenn man sich wenigstens eingraben könnte.
Ach. Heute soll kein Tag für Farbe werden. Dabei erinnere ich mich an grünes Haar, blaue Haut und wüstensandiges Händehalten. Das war als kitzelten tausend kleine Gefühle meine Handinnenfläche. Von den Fingerspitzen her breiteten sie sich aus, kleine Rinnsale, die sich in meiner Hand zum Meer ergossen. Und jeder Herzschlag schlug Wellen. So aus dem Innern hervor, ganz unmerklich, wenn man nicht wusste, wohin zu schauen.
Dann stehst du in der Elektrischen. Hand in Hand. Und ganze Ozeane beben. Unwillkürlich löst du deine Hand aus der anderen. Du musst schauen, musst hinsehen, weil zwischen den Linien deiner Hände Fische springen. Ein Wind weht durch das offene Fenster zwischen die Fahrgäste, frischt auf, und ebenso unbeabsichtigt, wie du deine Hand eine Sekunde zuvor aus der anderen gelöst hast, löst sich dein Mund zu einem Atemtor auf. Du tauchst aus den Meertiefen auf und lebst. Inmitten der Elektrischen, inmitten der Menschen, inmitten einer Stadt aus grauem Beton atmest du.
Aber heute ist kein Tag. Eher ist es ein Zustand. Ein Nacktsein in Kälte, ein Warten auf Regen. Nicht, weil man Regen ersehnt, sondern weil man weiß, er wird kommen.
"Dies hier sind so meine eigenen Einfälle, wodurch ich nicht beabsichtige, das Wesen der Dinge ans Licht zu bringen, sondern mich selbst." Michel de Montaigne
Donnerstag, 12. Januar 2012
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Ein Jahr klingt aus. An den Bushaltestellen stehen die Alten und warten. Warten vielleicht auf einen Bus aus einer anderen Zeit. Sie stehen schon seit Tagen. Die Jungen sind ausgeflogen, während die Alten auf eine Möglichkeit zur Flucht hoffen. Und über ihr Warten sind sie vergreist. Ein bisschen sehen sie von hier Oben wie graue Tauben aus. Scharren mit den Füßen, spazieren um sich selbst im Kreis, vertreiben hin und wieder einander. Ich bin versucht ihnen meine Brotkrumen hinzuwerfen. Drüben auf der Kreuzung tut sich auch nichts. Die Aussicht aus dem Fenster war andererzeits spannender.
Stümperleben. Von Allem haben wir ein bisschen eingefangen. Nirgends etwas Ausnahmsloses. Hier und dort eine Laune vom Glück, eine Strähne Unglück. Nichts Auffälliges. Eine Hand voll Liebe. An den Fingern kannst du die Zuneigung abzählen. Auch die, die dich niemals erreicht hat, die irgendwie irrt und schwirrt. Niemals ankommt, weil sie vielleicht auch nicht ausgesandt wurde. Nicht jeder, den wir uns erwünschen, empfindet etwas für uns. An helllichten Tagen lief ich blind und stumpf umher. Als wäre das Lid nicht nur über die Augen sondern über den ganzen Körper gelegt. Schutzmäntelchen. Kerkerdecke. Höhlenwand.
Helllichtend waren ganze Tage in diesem Jahr. Nur dann kamen andere, und es waren Monate daraus geworden. Die Fenster, die zum Innenhof zeigen, sind dunkel. Keiner ist mehr in der Stadt. Die Bäume mit ihren nackten Ästen biegen sich gegen die Hauswände. Als wollte einer den anderen stützen. So sieht das aus. Während die Alten an der Bushaltestelle übereinander herfallen, sich begeifern aus Angst, keinen Sitzplatz zu bekommen, sollte der ersehnte Bus endlich heranrollen. Also drängeln sie. Umkreisen sich, stoßen sich beiseite, bis einer stürzt und ein Oberschenkelknochen gebrochen sein wird. Keiner in der Herde ist kampflos an die von ihm besetzte Stelle gekommen.
Stümperleben. Von Allem haben wir ein bisschen eingefangen. Nirgends etwas Ausnahmsloses. Hier und dort eine Laune vom Glück, eine Strähne Unglück. Nichts Auffälliges. Eine Hand voll Liebe. An den Fingern kannst du die Zuneigung abzählen. Auch die, die dich niemals erreicht hat, die irgendwie irrt und schwirrt. Niemals ankommt, weil sie vielleicht auch nicht ausgesandt wurde. Nicht jeder, den wir uns erwünschen, empfindet etwas für uns. An helllichten Tagen lief ich blind und stumpf umher. Als wäre das Lid nicht nur über die Augen sondern über den ganzen Körper gelegt. Schutzmäntelchen. Kerkerdecke. Höhlenwand.
Helllichtend waren ganze Tage in diesem Jahr. Nur dann kamen andere, und es waren Monate daraus geworden. Die Fenster, die zum Innenhof zeigen, sind dunkel. Keiner ist mehr in der Stadt. Die Bäume mit ihren nackten Ästen biegen sich gegen die Hauswände. Als wollte einer den anderen stützen. So sieht das aus. Während die Alten an der Bushaltestelle übereinander herfallen, sich begeifern aus Angst, keinen Sitzplatz zu bekommen, sollte der ersehnte Bus endlich heranrollen. Also drängeln sie. Umkreisen sich, stoßen sich beiseite, bis einer stürzt und ein Oberschenkelknochen gebrochen sein wird. Keiner in der Herde ist kampflos an die von ihm besetzte Stelle gekommen.
Samstag, 29. Oktober 2011
Wer die Anfänge unten nicht kennt, wird einige hier wieder erwähnte Personen nicht kennen. Den mit dem Gedichtband zum Beispiel oder auch den Herrn L(i)ebenswert.
Der aus Afghanistan wird heiraten. Nach dem Verlassenwerden und Verlassensein hatte er gleich eine neue Frau gefunden. Eine, die an seine Seite passt, sowohl körperlich als auch in den übrigen wichtigen Dingen. Sie ist nicht in der Wüste gewesen und hat ihn mit der Waffe im Anschlag nur auf Fotos gesehen. Bilder sind Illusion. Man kann sich die Wahrheit verkehrt denken. Ich glaube, ich hätte Angst vor Händen, die mit Munition und Maschinengewehren wissen umzugehen. Hände allerdings, die den Wüstensand berührt haben, würden mich vielleicht faszinieren. Auch wenn sie meinen, alle Wüste sei nur Dreck und Staub, wenn sie jede romantische Vorstellung verneinen, weil sie die Wahrheit kennen. Asphaltierte Wüstenwege. Der aus Afghanistan sagt, er ist von diesem Leben abgezogen. Aber für mich wird er immer der bleiben, der er war und ist: der aus Afghanistan. Wie sonst sollte man einen Menschen in den eigenen Landstrichen verorten, wenn nicht mit allem, was man von ihm weiß und kennt?
Der mit den Metallplatten im Kopf, hinter Stirn- und Wangenhaut , der ist nicht mehr. Seit zwei Monaten tot. Vom Leben verschluckt und nun irgendwo in den hinteren Kammern, die keiner kennt, der am Leben noch ist. Weshalb und warum und was wäre wenn … das sind die üblichen Worte, die einen befallen bei Todesnachrichten. Wie plötzlich alle Organe die Arbeit verweigern und stillhalten können, ist unbegreiflich. Nirgends lassen sich Antworten finden, denen man genug Glauben schenkt um das ganz Unmögliche annehmen zu können. Wie sich da einer, den man liebt und so nah in seinem Leben hat, wie der sich hinlegt und nicht wieder aufsteht, das versucht man sich vorzustellen. Doch es gelingt nicht. Es kommen andere Bilder. Die Bilder, wie man gerade noch getanzt und gelacht hat, wie der eine, den man so liebt im Leben den Hund wie ein Kind mit der Decke ummantelt. Man fühlt am Rücken noch die Hand, wie sie liegt und schwer ist. Warm. Und plötzlich steht man vor einem offenen Sarg und sieht diesen Menschen, der nicht mehr der Mensch ist, wie man ihn im Leben kennt. Man sieht Haut und Knochen, sieht die Metallplatten nicht und weiß, dass auch sonst das ganze Innere nicht innern ist. Weil es irgendwo zur Untersuchung liegt. Man sieht die rosa geschminkten Wangen, die geschlossenen Augen und wenn der Blick das ganze Bild zulässt, sieht man blaugeränderte Fingerkuppen. Und dann weiß man wirklich Bescheid.
Komplettes Organversagen. Ich denke an Berlin und stelle mir vor, wie mit einem Mal alles erlahmt und stillliegt. Wie die Häuser an Glanz und Licht verlieren, wie die Ufer der Spree ohne Leben sind. Ich denke an F. und C., die ich gerade erst kennen gelernt habe und wie sie verschwunden sein werden. Und wie alles Leben umher weitergeht. Zeit hat viele Dimensionen. Ich sehe, wie dort an einem Punkt alles innehält und etwas von der Zeit aussetzt.
Der aus Afghanistan wird Vater werden.
Der aus Afghanistan wird heiraten. Nach dem Verlassenwerden und Verlassensein hatte er gleich eine neue Frau gefunden. Eine, die an seine Seite passt, sowohl körperlich als auch in den übrigen wichtigen Dingen. Sie ist nicht in der Wüste gewesen und hat ihn mit der Waffe im Anschlag nur auf Fotos gesehen. Bilder sind Illusion. Man kann sich die Wahrheit verkehrt denken. Ich glaube, ich hätte Angst vor Händen, die mit Munition und Maschinengewehren wissen umzugehen. Hände allerdings, die den Wüstensand berührt haben, würden mich vielleicht faszinieren. Auch wenn sie meinen, alle Wüste sei nur Dreck und Staub, wenn sie jede romantische Vorstellung verneinen, weil sie die Wahrheit kennen. Asphaltierte Wüstenwege. Der aus Afghanistan sagt, er ist von diesem Leben abgezogen. Aber für mich wird er immer der bleiben, der er war und ist: der aus Afghanistan. Wie sonst sollte man einen Menschen in den eigenen Landstrichen verorten, wenn nicht mit allem, was man von ihm weiß und kennt?
Der mit den Metallplatten im Kopf, hinter Stirn- und Wangenhaut , der ist nicht mehr. Seit zwei Monaten tot. Vom Leben verschluckt und nun irgendwo in den hinteren Kammern, die keiner kennt, der am Leben noch ist. Weshalb und warum und was wäre wenn … das sind die üblichen Worte, die einen befallen bei Todesnachrichten. Wie plötzlich alle Organe die Arbeit verweigern und stillhalten können, ist unbegreiflich. Nirgends lassen sich Antworten finden, denen man genug Glauben schenkt um das ganz Unmögliche annehmen zu können. Wie sich da einer, den man liebt und so nah in seinem Leben hat, wie der sich hinlegt und nicht wieder aufsteht, das versucht man sich vorzustellen. Doch es gelingt nicht. Es kommen andere Bilder. Die Bilder, wie man gerade noch getanzt und gelacht hat, wie der eine, den man so liebt im Leben den Hund wie ein Kind mit der Decke ummantelt. Man fühlt am Rücken noch die Hand, wie sie liegt und schwer ist. Warm. Und plötzlich steht man vor einem offenen Sarg und sieht diesen Menschen, der nicht mehr der Mensch ist, wie man ihn im Leben kennt. Man sieht Haut und Knochen, sieht die Metallplatten nicht und weiß, dass auch sonst das ganze Innere nicht innern ist. Weil es irgendwo zur Untersuchung liegt. Man sieht die rosa geschminkten Wangen, die geschlossenen Augen und wenn der Blick das ganze Bild zulässt, sieht man blaugeränderte Fingerkuppen. Und dann weiß man wirklich Bescheid.
Komplettes Organversagen. Ich denke an Berlin und stelle mir vor, wie mit einem Mal alles erlahmt und stillliegt. Wie die Häuser an Glanz und Licht verlieren, wie die Ufer der Spree ohne Leben sind. Ich denke an F. und C., die ich gerade erst kennen gelernt habe und wie sie verschwunden sein werden. Und wie alles Leben umher weitergeht. Zeit hat viele Dimensionen. Ich sehe, wie dort an einem Punkt alles innehält und etwas von der Zeit aussetzt.
Der aus Afghanistan wird Vater werden.
Freitag, 28. Oktober 2011
Berlin. Es ist eine windige Zeit. Von den Häusern fallen Fluchten und überall sieht man ihnen Menschen folgen. Als gäbe es irgendwo einen Ort, an dem alle Körper zu einem einzigen verschmelzen, Fluchtkörper werden. Oder eine Landschaft nur. Hier in der Stadt kann ich mir vieles nicht mehr vorstellen. Kaum noch Baumpfade, auf denen man still und staunend schlendern kann. Oder dieses weite Flussufer, welches daheim immer Zuflucht geboten hat. Ich laufe an den Hauswänden entlang, schaue durch die unteren Fenster, schaue in eine Behaglichkeit, die mir dieser Tage fehlt. In den U-Bahnen riecht es, wie man sich andernorts keinen Geruch vorstellen mag, und die Bänke bieten keinen Platz zum Verweilen. Es wintert schon mehr in den Straßen als das es herbstet. Das wenige Bunt der gestutzten Bäume reicht nicht aus, es kommt nicht an gegen die Graffitis an den Wänden und S-Bahn-Wagons. Es ist eine windige und eine einfallslose Zeit.
Ich war Gestern F. begegnet. Wie sie kam und klein war. War kaum größer als ein Zehnjähriger und bestellte einen großen Milchkaffee. Als ich ihre schmale Hand zur Begrüßung drückte, fühlte ich, wie sie unter meinem Druck zusammenfiel. Ich erschrak, weil ich nicht schnell genug von ihrer Hand lassen konnte. Ganz schwarz ihr Haar und nur millimeternah am Ansatz war ein Grau erkennbar. Ich schaute schnell weg, als wäre ich bei einem Geheimnis ertappt worden, aber in ihrem Gesicht blieb ich wieder hängen und schaute die Augen. Wie sie sprach und mich ins Visier nahm. Irgendwo zwischen meinen Augen oder auch in einem meiner Augen hatte sie einen Punkt fixiert und erzählte von ihren Träumen. Sie plauderte und ich schaute, hörte, kam nicht zu Wort. Holzkunst und Buchregale. Schlagworte, die ich bemüht war irgendwohin zu sortieren. Alphabetisch sammelte ich das von ihren Lippen, was nahtlos herunterfiel, zwischen Milchkaffee und schwarzen Haaren umherstob. Ich kartografisierte und suchte den Punkt, an dem ich das Fähnchen mit meinem Namen darauf hineinstechen konnte. Sie sagte, sie würde sich die Landschaften anschauen und vielleicht fände sie ja einen Ort. Seither warte ich in stillen Winkeln der Flussufer. Ich warte auf eines ihrer vielen Worte, ein Wort, das mich wie eine Nadel durchstößt, mich in ihrer Landschaft markiert, mir Ort zuweist.
Im Himmel über den Feldern sammeln sich Zugvögel. Ich höre ihr Geschrei, als schreiten sie ihr Ziel in alle Winde. Ihren Abschied vielleicht. Seit meinem ersten Winter beneide ich die Vögel, die ihr Zuhaus im Gefieder tragen und winters andernorts Zuflucht finden. In diesem Stück Blau über den Wiesen ziehen sie ihre Formationen, und ich denke, sie täten es nur für mich, mir zum Abschied ein Tanzstück aufzuführen, mich zu erfreuen für die kalte Zeit, in der ich sie vermissen werde. Dabei sehe ich im Sommer kaum einen von diesen Vögeln. Sie nisten an den Rändern der Stadt und nur hin und wieder zieht ein Schwarm durch den Himmel über Berlin.
C. wundert sich über F. und behauptet, ich würde ohne Umschweife zu ihren Landschaften passen. Nur ein Blick genügte, mich festzumachen an ihren Horizonten. Sie sagt, ich solle nicht länger warten. Dabei kennt C. mich ebenso wenig wie die übrigen Menschen, denen ich hier begegne. Eine Woche bin ich in der Stadt und drei Menschen sind mir schon nahe getreten. Ich trat und sie kamen heran. Einander waren wir uns also nah gekommen, so nah, dass eine meint, mich in den Himmeln der Anderen orten zu können. Diese schmalen Frauen, die mir selbst so sehr ähnlich sind.
Ich war Gestern F. begegnet. Wie sie kam und klein war. War kaum größer als ein Zehnjähriger und bestellte einen großen Milchkaffee. Als ich ihre schmale Hand zur Begrüßung drückte, fühlte ich, wie sie unter meinem Druck zusammenfiel. Ich erschrak, weil ich nicht schnell genug von ihrer Hand lassen konnte. Ganz schwarz ihr Haar und nur millimeternah am Ansatz war ein Grau erkennbar. Ich schaute schnell weg, als wäre ich bei einem Geheimnis ertappt worden, aber in ihrem Gesicht blieb ich wieder hängen und schaute die Augen. Wie sie sprach und mich ins Visier nahm. Irgendwo zwischen meinen Augen oder auch in einem meiner Augen hatte sie einen Punkt fixiert und erzählte von ihren Träumen. Sie plauderte und ich schaute, hörte, kam nicht zu Wort. Holzkunst und Buchregale. Schlagworte, die ich bemüht war irgendwohin zu sortieren. Alphabetisch sammelte ich das von ihren Lippen, was nahtlos herunterfiel, zwischen Milchkaffee und schwarzen Haaren umherstob. Ich kartografisierte und suchte den Punkt, an dem ich das Fähnchen mit meinem Namen darauf hineinstechen konnte. Sie sagte, sie würde sich die Landschaften anschauen und vielleicht fände sie ja einen Ort. Seither warte ich in stillen Winkeln der Flussufer. Ich warte auf eines ihrer vielen Worte, ein Wort, das mich wie eine Nadel durchstößt, mich in ihrer Landschaft markiert, mir Ort zuweist.
Im Himmel über den Feldern sammeln sich Zugvögel. Ich höre ihr Geschrei, als schreiten sie ihr Ziel in alle Winde. Ihren Abschied vielleicht. Seit meinem ersten Winter beneide ich die Vögel, die ihr Zuhaus im Gefieder tragen und winters andernorts Zuflucht finden. In diesem Stück Blau über den Wiesen ziehen sie ihre Formationen, und ich denke, sie täten es nur für mich, mir zum Abschied ein Tanzstück aufzuführen, mich zu erfreuen für die kalte Zeit, in der ich sie vermissen werde. Dabei sehe ich im Sommer kaum einen von diesen Vögeln. Sie nisten an den Rändern der Stadt und nur hin und wieder zieht ein Schwarm durch den Himmel über Berlin.
C. wundert sich über F. und behauptet, ich würde ohne Umschweife zu ihren Landschaften passen. Nur ein Blick genügte, mich festzumachen an ihren Horizonten. Sie sagt, ich solle nicht länger warten. Dabei kennt C. mich ebenso wenig wie die übrigen Menschen, denen ich hier begegne. Eine Woche bin ich in der Stadt und drei Menschen sind mir schon nahe getreten. Ich trat und sie kamen heran. Einander waren wir uns also nah gekommen, so nah, dass eine meint, mich in den Himmeln der Anderen orten zu können. Diese schmalen Frauen, die mir selbst so sehr ähnlich sind.
Samstag, 8. Oktober 2011
Mit den Händen zieht er Rauchfäden durch die Luft. „Als rauchte der auch nur eine Zigarette am Tag.“, sagt da Eine. Er tanzt abseits und sieht dabei ganz untanzend aus. Eher als schwanke er durch den Raum, viel mehr, als schwankten nur seine Arme, die Finger als letzte Winde dem Sturm der Arme nur hinterher. „Ob er jemals Eine gehabt hat?“, lacht da irgendwo ein Mensch in der Masse. „Der doch nicht!“
Wenn man sich von Unten, so über den Fußboden hinweg anschleicht. Sich hinan, an seinen Füßen hinauf, die Beine entlang, den Schritt durchquerend, wenn man sich so hinan schlängelte. Mir wird ganz kribbelig. Ja, so kriechen müsste man können. Durch die Beine der Übrigen, über ihre Körper hinweg, durch den Raum und nur hin zu dem Einen. Den, den man gerade will. Und es ist Wollen. Immer dieses höfliche Möchten. Ich MÖCHTE NICHT. Ich WILL, wenn ich sage, ICH WILL!
Und immer nur einen. Man kann immer nur einen Menschen für den Moment ertragen. Einen Menschen für einen Kuss. Einen Menschen für ein Wort. Einen Menschen für einen Blick. Einen Menschen für …. . „Hat da Eine ertragen gesagt?“
Er windet durch den Raum, als würde er von etwas geschüttelt, was nicht die Musik ist. Seine Augen sind geschlossen, man kann nur ahnen, dass sie grün sind. Menschen mit grünen Augen sind laubend. Im Herbst fällt von ihnen etwas ab. Unmerklich, aber wer hinsieht, dem fällt auf, wie es den Grünäugigen abfällt. Und dann schleppen sie daran. Einige schleppen an den Lasten der Übrigen. „Aber der dort!“
Ich sehe seine Wimpern. Von seinen Beinen, durch seinen Schritt hindurch, über den schmalen Bauchbogen hinweg, vorbei an den Rippenbrücken und hinauf, nachdem Hinüber über das Kinn und die Lippen. Diese Lippen. Ja, die Wimpern. Sie sind grün hier im Rauch. Und wenn er jetzt die Augen öffnet, wenn er sie bewegt und mich sieht? Mit seinen wahrscheinlich grünen Augen würde er erschrecken. Würde hintüber fallen und stürzen, sich den Kopf schlagen und zuvor noch mit den Fingern Fäden gezogen haben wie Rauch im Raum. Einen würde ich schreien, und andere lachen hören: „Der hatte doch noch nie Eine!“.
Und dann stürzte er. Stürzte hintüber, die Finger zart durch die Luft schleudernd voran, dann der Kopf. Dieser Kopf mit den Augen, den Lippen, diesem Kinn. Dann die Schultern, an denen alles hängt, und denen alles folgt, die Brücken über die Rippen, das Schambein, der Schritt, die Beine. Alles schlüge auf. Wie hartes Holz vielleicht oder wie eine Faust auf einen Menschen schlägt. Und ich käme zwischen seinen Beinen gar nicht mehr hervor. Wäre mit den Augen dort an seinem Gesicht, ganz nah, genau dort, wo sein Grün der Augen beginnt. Aber dem Rest, mit dem ganzen übrigen Rest hinge ich noch dort, woher ich geschlängelt käme.
Wenn er doch nur schon einmal Eine gehabt hätte. Dann würde er nicht so erschrecken.
Wenn man sich von Unten, so über den Fußboden hinweg anschleicht. Sich hinan, an seinen Füßen hinauf, die Beine entlang, den Schritt durchquerend, wenn man sich so hinan schlängelte. Mir wird ganz kribbelig. Ja, so kriechen müsste man können. Durch die Beine der Übrigen, über ihre Körper hinweg, durch den Raum und nur hin zu dem Einen. Den, den man gerade will. Und es ist Wollen. Immer dieses höfliche Möchten. Ich MÖCHTE NICHT. Ich WILL, wenn ich sage, ICH WILL!
Und immer nur einen. Man kann immer nur einen Menschen für den Moment ertragen. Einen Menschen für einen Kuss. Einen Menschen für ein Wort. Einen Menschen für einen Blick. Einen Menschen für …. . „Hat da Eine ertragen gesagt?“
Er windet durch den Raum, als würde er von etwas geschüttelt, was nicht die Musik ist. Seine Augen sind geschlossen, man kann nur ahnen, dass sie grün sind. Menschen mit grünen Augen sind laubend. Im Herbst fällt von ihnen etwas ab. Unmerklich, aber wer hinsieht, dem fällt auf, wie es den Grünäugigen abfällt. Und dann schleppen sie daran. Einige schleppen an den Lasten der Übrigen. „Aber der dort!“
Ich sehe seine Wimpern. Von seinen Beinen, durch seinen Schritt hindurch, über den schmalen Bauchbogen hinweg, vorbei an den Rippenbrücken und hinauf, nachdem Hinüber über das Kinn und die Lippen. Diese Lippen. Ja, die Wimpern. Sie sind grün hier im Rauch. Und wenn er jetzt die Augen öffnet, wenn er sie bewegt und mich sieht? Mit seinen wahrscheinlich grünen Augen würde er erschrecken. Würde hintüber fallen und stürzen, sich den Kopf schlagen und zuvor noch mit den Fingern Fäden gezogen haben wie Rauch im Raum. Einen würde ich schreien, und andere lachen hören: „Der hatte doch noch nie Eine!“.
Und dann stürzte er. Stürzte hintüber, die Finger zart durch die Luft schleudernd voran, dann der Kopf. Dieser Kopf mit den Augen, den Lippen, diesem Kinn. Dann die Schultern, an denen alles hängt, und denen alles folgt, die Brücken über die Rippen, das Schambein, der Schritt, die Beine. Alles schlüge auf. Wie hartes Holz vielleicht oder wie eine Faust auf einen Menschen schlägt. Und ich käme zwischen seinen Beinen gar nicht mehr hervor. Wäre mit den Augen dort an seinem Gesicht, ganz nah, genau dort, wo sein Grün der Augen beginnt. Aber dem Rest, mit dem ganzen übrigen Rest hinge ich noch dort, woher ich geschlängelt käme.
Wenn er doch nur schon einmal Eine gehabt hätte. Dann würde er nicht so erschrecken.
Freitag, 5. August 2011
Zustandslos. Nur das pure Leben am Leib tragend sind wir an einem Ort meiner Kindheit angekommen. Alles andere Leben stapelt sich in Kisten verpackt in der Garage. Stapelt und gibt nichts von sich preis. Wir sind ungebunden. Weder Ort noch Leben, mit ihren Gegeben- und Gewohnheiten, halten uns. Morgen schon oder auch heute noch können wir die Schuhe schnüren und davon ziehen, können die Rucksäcke schultern, den Kopf in den Nacken werfen und von Ferne nicht nur träumen.
Ungebunden bedeutet ohne Sicherheiten. Wir haben zwar ein Fall- und Sturznetz gespannt. Doch wir haben die Seile tief gehängt. Der absolute Aufprall wird gedämpft doch nicht gänzlich schmerzfrei bleiben. Und auch das ist etwas, was viele, die uns beneiden, kaum sehen. Sehen nur uns und unsere Münder, die immerfort von Abenteuer zu berichten wissen, sehen unsere Füße, unsere Freiheit. Sie übersehen die Angst, den Zweifel, das Zögern und das zwischenzeitliche darüber Zornen.
Wer wohl frei von Zweifel ist?
Hier, im Haus meiner Eltern, schlägt das Leben anders. Schlägt mit Kinderherzen und ganze Schneisen in den eigenen Alltag. Nirgends scheint mehr etwas zu sein von dem, was man sich außerhalb der „Eltern-, Kindzone“ aufgebaut hat. Keine Rechnungen auf den eigenen Namen, keine Stör- und Hindernisse, die der ungebetene Nachbar vor die Türschwelle ablegt. Es ist ein anderer Raum, wie es auch eine andere Zeit ist. Es ist, als würde der Raum der Erinnerungen an die eigene Kindheit plötzlich aus den Erinnerungen heraus und in die Realität hinein, dir gegenüber treten. Mit der Kindheit schließt man niemals ab, zumindest nicht solange, wie es noch ein Elternhaus, das immer auch Kinderhaus gewesen ist, existiert. Hier bin ich Kind, hier darf ich sein.
Wie die Erinnerungen es nicht sind, ist die Natur hier beinah völlig unberührt. Wir hören die Winde in den Blättern der Bäume spielen, sehen den Fluss über die Ufer schwellen, sich ins Schilf legen, riechen die überreifen Kornähren und auch das Gras fühlt sich lebendiger an, als die angelegten Grünflächen der Städte. Alles gedeiht in alle möglichen Richtungen. Jede noch so kleine Nische, jedes Erdloch und jeder Einschnitt in den dicken hundertjährigen Baumrinden bietet Platz, bietet eine Lücke zur Freiheit, zur Entfaltung. Und vielleicht deswegen ist kaum Platz für Sprache. Alle Natur drängt ringsum in die kleinen Städte, die Dörfer sind kaum mehr als eine Handvoll Häuser. Und die Sprache der Menschen hier, kommt einem Ackerpflug gleich, und das Sprechen selbst ist nicht anders, als pflügte einer jeden Landstrich einer möglichen Sprache. Ganze Landstriche bleiben unberührt und andere dafür gerodet, umwühlt, nur zum Zweck aus der eigenen Schönheit gerissen, bearbeitet und umliegenden Feldern in Fahrt- und Wuchsrichtung gleich gemacht.
Auf dem Land wird Futtermais für Nutztier angebaut, während in den botanischen Gärten der Städte grazile Blütenprachten für den Betrachter des Schönen und Fremden gepflanzt, gehegt und gepflegt werden. Viele von diesen Pflanzen, ob es Bäume oder Blumen sind, sind importiert, aus anderen Ländern eingeflogen, Länder, die kaum Fläche für Nutztiere und deren Futtermais haben. Kaum Klima. Auch Klima bedingt Sprache. Sind milde Sommer oder eisige Winter oder immerwährend das Gleiche, wie groß und wie abrupt die Unterschiede?
Ungebunden bedeutet ohne Sicherheiten. Wir haben zwar ein Fall- und Sturznetz gespannt. Doch wir haben die Seile tief gehängt. Der absolute Aufprall wird gedämpft doch nicht gänzlich schmerzfrei bleiben. Und auch das ist etwas, was viele, die uns beneiden, kaum sehen. Sehen nur uns und unsere Münder, die immerfort von Abenteuer zu berichten wissen, sehen unsere Füße, unsere Freiheit. Sie übersehen die Angst, den Zweifel, das Zögern und das zwischenzeitliche darüber Zornen.
Wer wohl frei von Zweifel ist?
Hier, im Haus meiner Eltern, schlägt das Leben anders. Schlägt mit Kinderherzen und ganze Schneisen in den eigenen Alltag. Nirgends scheint mehr etwas zu sein von dem, was man sich außerhalb der „Eltern-, Kindzone“ aufgebaut hat. Keine Rechnungen auf den eigenen Namen, keine Stör- und Hindernisse, die der ungebetene Nachbar vor die Türschwelle ablegt. Es ist ein anderer Raum, wie es auch eine andere Zeit ist. Es ist, als würde der Raum der Erinnerungen an die eigene Kindheit plötzlich aus den Erinnerungen heraus und in die Realität hinein, dir gegenüber treten. Mit der Kindheit schließt man niemals ab, zumindest nicht solange, wie es noch ein Elternhaus, das immer auch Kinderhaus gewesen ist, existiert. Hier bin ich Kind, hier darf ich sein.
Wie die Erinnerungen es nicht sind, ist die Natur hier beinah völlig unberührt. Wir hören die Winde in den Blättern der Bäume spielen, sehen den Fluss über die Ufer schwellen, sich ins Schilf legen, riechen die überreifen Kornähren und auch das Gras fühlt sich lebendiger an, als die angelegten Grünflächen der Städte. Alles gedeiht in alle möglichen Richtungen. Jede noch so kleine Nische, jedes Erdloch und jeder Einschnitt in den dicken hundertjährigen Baumrinden bietet Platz, bietet eine Lücke zur Freiheit, zur Entfaltung. Und vielleicht deswegen ist kaum Platz für Sprache. Alle Natur drängt ringsum in die kleinen Städte, die Dörfer sind kaum mehr als eine Handvoll Häuser. Und die Sprache der Menschen hier, kommt einem Ackerpflug gleich, und das Sprechen selbst ist nicht anders, als pflügte einer jeden Landstrich einer möglichen Sprache. Ganze Landstriche bleiben unberührt und andere dafür gerodet, umwühlt, nur zum Zweck aus der eigenen Schönheit gerissen, bearbeitet und umliegenden Feldern in Fahrt- und Wuchsrichtung gleich gemacht.
Auf dem Land wird Futtermais für Nutztier angebaut, während in den botanischen Gärten der Städte grazile Blütenprachten für den Betrachter des Schönen und Fremden gepflanzt, gehegt und gepflegt werden. Viele von diesen Pflanzen, ob es Bäume oder Blumen sind, sind importiert, aus anderen Ländern eingeflogen, Länder, die kaum Fläche für Nutztiere und deren Futtermais haben. Kaum Klima. Auch Klima bedingt Sprache. Sind milde Sommer oder eisige Winter oder immerwährend das Gleiche, wie groß und wie abrupt die Unterschiede?
Donnerstag, 14. Juli 2011
Wir leben aus Kisten. Alles Hab und Gut ist verstaut und wirft Fragen auf. Wirft um sich mit der Tatsache nach Gut und Haben. Ist wirklich alles gut? Oder ist der Raum um die Kisten herum größer, weiter, flächiger? Ist die Frage nach dem Soll – ob nichts oder mehr – die dringendere? Womit füllen wir den Raum, der bleibt?
Und nun ist die Zeit des Aufbruchs. Darum muss ich keine Reden mehr machen. Denn sie ist. Ist permanent. Beim Erwachen, zur Mittagsstunde, abends. Immerzeit und allwährend sind wir selbst Um- und Aufbruch, sind abreißend und abreisend.
Die Dächer, die ich über Jahre studierte, betrachte ich nun wie alte Bekannte, verabschiede mich leise. Betaste mit den Augen jede Ziegel, jeden Schornstein, jeden nistenden Vogel. Auch sie werden ziehen, denke ich. Wahrscheinlich in andere Richtungen, aber davon. Doch ich werde nicht zurückkehren, sondern fort- und anderswo bleiben.
Wie ein Vorhaben plötzlich Wirklichkeit wird. Jahre glaubte man noch vor sich zu haben und mit einem Mal, sind es wenige Stunden und Männer stehen vor der Tür, klingeln, packen Kisten mit Hab und Gut, verstauen den eigenen Raum in ihre beweglichen Wände, transportieren das eigene Leben aus Sichtweite, löschen die letzten verbleibenden Spuren. Und mit ihnen ist ein Teil des bisherigen Seins aus der Stadt, ist hinfällig für die Gegenwart und die Zukunft vor Ort.
Was kommen wird?
Zu Beginn: weitflächige Zeit. Eine Zeit des Entdeckens. Wir werden Landschaften sehen und durch sie streifen, als streiften wir durch unser Leben. Was und wie es bisher war. Auch durch das, wie und wo es vielleicht sein wird. Wir werden Wetter und Menschen erleben, werden, mit welchen Umständen auch immer, durchhalten wollen. Mancherorts werden wir stehen bleiben und gar nicht begreifen, was uns womöglich ergreifen wird. Es werden Momente sein, die uns stärken, die uns Richtung sein werden.
Und später: werden wir uns angekommen glauben. Glücklich. Zufrieden. Erschöpft. Mit dem weitflächigen Raum unter der Haut. Dem eigenen Sein und Gut.
Und nun ist die Zeit des Aufbruchs. Darum muss ich keine Reden mehr machen. Denn sie ist. Ist permanent. Beim Erwachen, zur Mittagsstunde, abends. Immerzeit und allwährend sind wir selbst Um- und Aufbruch, sind abreißend und abreisend.
Die Dächer, die ich über Jahre studierte, betrachte ich nun wie alte Bekannte, verabschiede mich leise. Betaste mit den Augen jede Ziegel, jeden Schornstein, jeden nistenden Vogel. Auch sie werden ziehen, denke ich. Wahrscheinlich in andere Richtungen, aber davon. Doch ich werde nicht zurückkehren, sondern fort- und anderswo bleiben.
Wie ein Vorhaben plötzlich Wirklichkeit wird. Jahre glaubte man noch vor sich zu haben und mit einem Mal, sind es wenige Stunden und Männer stehen vor der Tür, klingeln, packen Kisten mit Hab und Gut, verstauen den eigenen Raum in ihre beweglichen Wände, transportieren das eigene Leben aus Sichtweite, löschen die letzten verbleibenden Spuren. Und mit ihnen ist ein Teil des bisherigen Seins aus der Stadt, ist hinfällig für die Gegenwart und die Zukunft vor Ort.
Was kommen wird?
Zu Beginn: weitflächige Zeit. Eine Zeit des Entdeckens. Wir werden Landschaften sehen und durch sie streifen, als streiften wir durch unser Leben. Was und wie es bisher war. Auch durch das, wie und wo es vielleicht sein wird. Wir werden Wetter und Menschen erleben, werden, mit welchen Umständen auch immer, durchhalten wollen. Mancherorts werden wir stehen bleiben und gar nicht begreifen, was uns womöglich ergreifen wird. Es werden Momente sein, die uns stärken, die uns Richtung sein werden.
Und später: werden wir uns angekommen glauben. Glücklich. Zufrieden. Erschöpft. Mit dem weitflächigen Raum unter der Haut. Dem eigenen Sein und Gut.
Abonnieren
Posts (Atom)